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MOBILITÄT & FUHRPARK

Chargemap-Alternativen: die besten Ladekarten 2026

Chargemap-Alternativen im Vergleich 2026: Chargemap Pass, Fulli, Shell Recharge, Ulys, Electra+, EVzen. Roaming-Abdeckung, Preise und Auswahl nach Profil.

Chargemap beherrscht das öffentliche Laden in Frankreich so sehr, dass der Name zum Gattungsbegriff geworden ist. Aber der bekannteste zu sein macht nicht automatisch zur besten Wahl: Die Pass-Karte berechnet ohne das Boost-Abo rund 10 % Provision je Ladevorgang, und ihre Abdeckung, so breit sie ist, erreicht nicht 100 % der Säulen. Deshalb suchen viele Elektromobilisten – und erst recht Fuhrparkleiter – nach einer Chargemap-Alternative, die besser zu ihrem Profil passt. Dieser Vergleich geht die seriösen Karten und Anwendungen durch (Fulli, Shell Recharge, Ulys Electric, Electra+, EVzen, Ionity …), ihre realen Tarife und die Abdeckung, die sie eröffnen.


Drei Punkte zum Mitnehmen:
  • Keine Karte deckt alle Säulen ab: Der Markt bleibt fragmentiert trotz des Roamings, das Marktplätze wie Gireve orchestrieren.
  • Chargemap Pass bleibt die Abdeckungsreferenz (rund 1.000.000 Punkte in Europa), zahlt aber mit Provision; Fulli setzt auf ein niedriges Abo ohne Provision[1].
  • Für einen Fuhrpark muss das richtige Medium das Laden und den Kraftstoff am selben Ort handhaben – keine weitere Mini-App, mit der man zwischen den Spesen jongliert.

Warum eine Chargemap-Alternative suchen

Chargemap Pass macht vieles richtig: einen einzigen Badge, eine solide App, um Säulen zu finden, und eine breite Multi-Netz-Abdeckung. Die Kehrseite ist das Geschäftsmodell. Ohne Abo erhebt Chargemap eine Provision von der Größenordnung 10 % auf jede Ladung[2]. Das Boost-Abo (ab 6,49 € pro Monat mit Jahresbindung, 8,99 € ohne[3]) hebt diese Provision auf, amortisiert sich aber nur, wenn Sie oft genug laden. Für einen Gelegenheitsnutzer steigt die Rechnung schnell.

Dazu kommt die Frage der Restlöcher. Selbst mit knapp einer Million Punkten in Europa kommt Chargemap nicht an alles heran: Bestimmte Säulen nationaler Betreiber (Autobahnnetz, Kommunen, Hypermärkte) bleiben ihrem Badge verschlossen. Genau dort finden die Alternativen ihren Platz, jede auf ihrer Nische: Preis je kWh, Autobahnnetz, Ultrschnellladen oder Fuhrparkverwaltung.

Eine Vokabelnote, bevor die Akteure aufgelistet werden. Was man Lade-„Karte“ nennt, ist meist ein EMSP (Electric Mobility Service Provider): ein Betreiber, der Ihnen über Roaming-Abkommen Zugang zu Säulen verkauft, die ihm nicht gehören. Die Eigentümer der Säulen sind CPOs (Charge Point Operators). Wer diese Unterscheidung im Kopf hat, vergleicht nicht Dinge, die nicht vergleichbar sind. Ionity ist in erster Linie ein Säulennetz, auch wenn es ebenfalls einen Badge ausgibt.

Roaming: warum keine Karte alles abdeckt

Das Roaming ist der Kern des Themas. Technisch geht es darum, die Mobilitätsbetreiber (EMSP) zur Kooperation zu bringen, damit ein Nutzer eines Netzes an den Säulen eines anderen laden kann[4]. In Frankreich ist es der Marktplatz Gireve (der Name steht wörtlich für „Groupement pour l'Itinérance de la Recharge Électrique des Véhicules“), der diese Abkommen seit 2013 strukturiert[5]. Die technischen Austausche ruhen auf offenen Protokollen wie OCPI und OIOX.

Praktisch heißt das: Eine „Multi-Netz“-Karte ist nie wirklich universell. Sie öffnet die Säulen, mit denen ihr Emittent ein Roaming-Abkommen geschlossen hat. Je mehr Abkommen, desto nützlicher die Karte – aber es bleiben immer isolierte Säulen übrig (ein lokaler Betreiber, der mit niemandem gezeichnet hat, ein Netz, das auf einen einzigen Badge geschlossen ist). Deshalb behalten viele Fahrer zwei Karten im Handschuhfach: eine breite Hauptkarte und eine Reserve für die Fälle, in denen die erste versagt.

Achtung

Beleglisten nach Kilogramm zu vergleichen ergibt keinen Sinn. Ein Betreiber kann 300.000 Punkte anzeigen, ohne eine strategische Station auf Ihrer Alltagsstrecke abzudecken. Prüfen Sie die Abdeckung dort, wo Sie wirklich fahren (Autobahn, Wohnort, Arbeitsplatz), bevor Sie unterschreiben.

Die wichtigsten Chargemap-Alternativen 2026

Der Markt verteilt sich auf drei Familien: die generalistischen Multi-Netz-Karten (Fulli, Shell Recharge, Ulys), die an ein eigenes Säulennetz gekoppelten Angebote (Electra+, Ionity, TotalEnergies Charge+) und die aufstrebenden EMSP-Betreiber (EVzen). Hier die bei den Fachvergleichen festgestellten Positionen[1][6]:

App / KarteHauptvorteilAbdeckung / PreisZielgruppe
Chargemap PassBreiteste Abdeckung~1.000.000 Punkte Europa, 19,90 € Karte, ~10 % Provision (ohne Boost)Private Vielfahrer
Fulli (TotalEnergies)Niedriges Abo, 0 ProvisionMulti-Netz, Nomade-Karte gratis, 2,50 €/MonatRegelmäßige Nutzung, kostenbewusst
Shell RechargeInternationales Netz~275.000 öffentliche Säulen, Karte gratis, ohne AboGrenzüberschreitende Reisende
Ulys Electric (Vinci)Laden an der AutobahnNetz von Vinci Autoroutes, 14,90 € Karte, ~2,20 €/LadevorgangAutobahnfahrer
Electra+ BoostSehr niedriger kWh-Preis0,29 €/kWh im Electra-Netz, 9,99 €/MonatHäufiges Schnellladen
EVzenAufstrebender EMSP-Betreiber~150.000 Säulen in Frankreich, ~300.000 in Europa, App + BadgeVielseitig
Ionity (Badge)Ultrschnell auf den großen Achsen350-kW-Stationen an europäischen AutobahnenLangstrecke

Der Befund, der bei den Vergleichern wiederkehrt, ist deutlich: Fulli wird regelmäßig als bestes Gesamtkosten-Verhältnis 2026 zitiert, dank eines Abos von 2,50 € pro Monat ohne Provision[1], während Chargemap in reiner Abdeckung schwer zu schlagen ist. Für das Ultrschnellladen hat Electra+ die Preise mit 0,29 € je kWh in seinem Netz gebrochen[7] – unter der Bedingung, das Abo mitzunehmen.

Reale Kosten: Gratis-Karte gegen Abo

Wie bei den Tankkarten sagt der angezeigte Tarif nicht alles. Der echte Kostenposten ist das, was Sie über die kWh selbst hinaus bezahlen. Drei Modelle koexistieren: die Karte mit Provision je Vorgang (Chargemap ohne Boost), die Karte mit Fest-Abo ohne Provision (Fulli) und die an ein geschlossenes Netz gebundene Karte mit verhandeltem Tarif (Electra+, Ionity). Die richtige Wahl hängt von Ihrer Frequenz ab.

Monatliche Kosten je Kartenmodell Fulli (Fest-Abo) 2,50 € Shell Recharge (ohne Abo) ~0 € Chargemap, ~10 %/Vorgang ~19 € Monatliche Kosten über die kWh hinaus: 4 Ladungen/Monat, 30 kWh, mittlerer Preis 0,40 €/kWh. Proportionen indikativ.
Bei regelmäßiger Nutzung übersteigt die Vorgangs-Provision von Chargemap (ohne Boost) schnell ein Fest-Abo. Bei seltener Nutzung kippt die Rechnung: Die Karte ohne Abo wird dann günstiger.

Die Entscheidungsregel ist einfach. Laden Sie mehrmals pro Woche außer Haus, ist ein Fest-Abo (Fulli oder Chargemap Boost) fast immer im Vorteil. Stecken Sie nur im Urlaub oder auf gelegentlicher Langstrecke den Stecker ein, ist eine Karte ohne Abo mit kleiner Provision besser. Sie zahlen die Flexibilität, kein Fixum, das Sie nie ausschöpfen.

Die Entscheidungsregel

Rechnen Sie Ihre jährlichen Gesamtkosten aus, bevor Sie wählen. Multiplizieren Sie Ihre monatlichen Ladungen mit der Provision oder dem Abo und addieren Sie den Kartenpreis. Ein beim Kauf „gratis“ scheinendes Angebot kann ab dem zweiten Monat doppelt so teuer sein wie ein Fest-Abo.

Der Sonderfall: der Firmenfuhrpark

Für einen Fuhrparkleiter ändert sich die Lage. Die Frage heißt nicht mehr „welche Karte für mich“, sondern „wie rechne ich 30 Fahrern ab, ohne in den Spesen unterzugehen“. Die Konsumkarten wie Chargemap Pass oder Fulli sind dafür nicht gebaut: kein Limit je Fahrer, kein strukturierter Buchungsexport, keine Konsolidierung mit dem Kraftstoff. Man stapelt Lade-Badge, Tankkarte und Spesen-App – exakt die Zersplitterung, die man vermeiden wollte.

Statt eine weitere App neben Chargemap zu stellen, bündelt eine Multi-Marken-Tankkarte, die auch das Elektroladen integriert, beide Posten im selben Back-Office, mit Limits, Geolokalisierung und Reporting. Das ist auch die Gelegenheit, die ESG-Daten zu verlässlichen: eine einzige Quelle für die kWh, die Liter und die zugehörigen Emissionen. Zu den Infrastrukturen selbst ergänzen unser Ratgeber zu den Ladesäulen und der Vergleich der Firmen-Ladesäulen das Bild.

Wie Sie nach Ihrem Profil wählen

1) Laden Sie oft außerhalb des Wohnorts? Wenn ja, ist ein Fest-Abo ohne Provision (Fulli oder Chargemap Boost) im Vorteil. Wenn nein, bleiben Sie bei einer Karte ohne Abo (Shell Recharge, Chargemap ohne Boost) und akzeptieren eine gelegentliche Provision.

2) Fahren Sie viel Autobahn oder im Ausland? Für die französische Autobahn sind Ulys Electric (Vinci) oder Fulli gut positioniert. Für Europa bieten Shell Recharge und Chargemap Pass die breiteste Abdeckung. Für das Ultrschnellladen auf den großen Achsen sind Electra+ und Ionity die Spezialisten.

3) Verwalten Sie mehrere Fahrzeuge? Ab zwei Fahrern lohnt der Wechsel zur Fuhrpark-Logik: ein einziges Medium für Laden und Kraftstoff, mit Verfolgung je Fahrer. Genau dort macht eine dedizierte Alternative gegenüber einer Konsumkarte den echten Unterschied bei den Verwaltungskosten.

Häufig gestellte Fragen

Welche ist die beste Chargemap-Alternative 2026?

Es gibt keine eindeutige Antwort. Fulli wird regelmäßig als bestes Gesamtkosten-Verhältnis zitiert, dank seines Abos von 2,50 € ohne Provision[1]. Chargemap ist in reiner Abdeckung ungeschlagen. Für das Schnellladen ist Electra+ mit 0,29 € je kWh konkurrenzfähig[7]. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Frequenz und Ihren Strecken ab.

Berechnet Chargemap Pass eine Provision?

Ja. Ohne Abo erhebt Chargemap rund 10 % Provision auf jede Ladung[2]. Das Boost-Abo (ab 6,49 € pro Monat mit Jahresbindung) hebt diese Provision auf[3]. Es amortisiert sich erst ab einem gewissen monatlichen Ladevolumen.

Gibt es eine wirklich universelle Ladekarte?

Nein. Keine Karte deckt 100 % der Säulen ab, auch nicht mit dem von Gireve organisierten Roaming[5]. Die breitesten Angebote (Chargemap, Shell Recharge) öffnen mehrere Hunderttausend Punkte, aber es bleiben immer isolierte Säulen. Zwei verschiedene Karten dabeizuhaben ist eine nützliche Vorsicht für lange Strecken.

Fulli oder Chargemap – was wählen?

Wenn Sie regelmäßig laden, ist Fulli (2,50 € pro Monat, ohne Provision) oft günstiger[1]. Wenn Sie zuerst maximale Abdeckung und die App schätzen, bleibt Chargemap die Referenz. Die Rechnung läuft über Ihre jährlichen Gesamtkosten, nicht über den angezeigten Kartenpreis.

Was ist das Roaming beim Laden?

Es ist die Kooperation zwischen Mobilitätsbetreibern (EMSP), die es einem Nutzer erlaubt, an den Säulen eines anderen Netzes zu laden[4]. In Frankreich strukturiert der Marktplatz Gireve diese Abkommen seit 2013[5]. Dieser Mechanismus macht die „Multi-Netz“-Karten möglich.

Kann eine Ladekarte auch den Kraftstoff verwalten?

Für Privatpersonen nein: Die Konsumkarten sind dem Laden vorbehalten. Für einen Fuhrpark ja: Bestimmte professionelle Medien bündeln Elektroladen und Kraftstoff im selben Back-Office, mit Limits je Fahrer und Reporting. Das ist der Anwendungsfall, in dem eine dedizierte Alternative gegenüber einer Konsumkarte voll zur Geltung kommt.

Dachartikel: Dieser Ratgeber steht in unserem Whitepaper zur Unternehmensmobilität.

Referenzen

  1. Clubic, Beste Ladekarte 2026: vollständiger Vergleich (Fulli als Nr. 1 empfohlen, 2,50 €/Monat ohne Provision; Chargemap Pass 19,90 €, ~1.000.000 Punkte). clubic.com. ↩
  2. Frandroid, Chargemap Boost: die Provision von 10 % je Ladung abschaffen. frandroid.com. ↩
  3. Frandroid / Actu Rental Solution, Tarife von Chargemap Boost (ab 6,49 €/Monat mit Jahresbindung, 8,99 €/Monat ohne). frandroid.com. ↩
  4. Virta, E-Fahrzeuge laden: Warum überall vom Roaming gesprochen wird. virta.global. ↩
  5. GIREVE, Roaming-Dienste – Groupement pour l'Itinérance de la Recharge Électrique des Véhicules. gireve.com. ↩
  6. 01net, Beste Ladekarte (2026): welche wählen? (Chargemap Pass, Fulli, Shell Recharge, Ulys, Electra+). 01net.com. ↩
  7. Electra, Electra+ Boost: Laden zu 0,29 €/kWh im Electra-Netz, Abo 9,99 €/Monat. go-electra.com. ↩

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